Behandlung von Adipositas: welche Wege es gibt
Ernährung, Bewegung, Verhaltenstherapie, Medikamente, Magenballon oder Operation: ein sachlicher Überblick über die Behandlungswege bei Adipositas und für wen sie jeweils gedacht sind.
- Adipositas
- Behandlung
- Grundlagen
Kurz gesagt
Die Behandlung von Adipositas baut auf drei Säulen auf: Ernährung, Bewegung und Verhalten. Je nach BMI, Begleiterkrankungen und Vorgeschichte können Medikamente, ein Magenballon oder eine Operation dazukommen.
Es gibt nicht den einen richtigen Weg. Welcher passt, wird individuell und ärztlich entschieden.
Die Basis: Ernährung, Bewegung, Verhalten
Die S3-Leitlinie empfiehlt eine Kombination aus angepasster Ernährung, mehr Bewegung im Alltag und verhaltenstherapeutischen Elementen. Gemeint ist keine Crash-Diät, sondern Veränderungen, die sich langfristig durchhalten lassen.
Verhaltenstherapie hilft dabei, Muster zu erkennen, etwa Essen bei Stress oder Langeweile, und neue Routinen aufzubauen.
Medikamente
Medikamente sind für Erwachsene mit einem BMI ab 30 zugelassen oder ab 27, wenn eine gewichtsbedingte Begleiterkrankung vorliegt. Sie kommen ergänzend zur Basistherapie zum Einsatz, nicht stattdessen. Am besten untersucht sind GLP-1-Wirkstoffe, die das Sättigungsgefühl beeinflussen.
Eine GLP-1-Therapie bei Solean ist eine Selbstzahlerleistung.
Magenballon
Beim Magenballon wird ein mit Flüssigkeit gefüllter Ballon über eine Magenspiegelung oder eine Kapsel in den Magen gebracht. Er nimmt dort Platz ein und fördert ein früheres Sättigungsgefühl. Der Ballon bleibt nur für eine begrenzte Zeit, meist einige Monate, und wird danach entfernt.
Typisch sind Übelkeit und Krämpfe in den ersten Tagen. Ob die Gewichtsveränderung anhält, hängt stark davon ab, welche Gewohnheiten in dieser Zeit entstehen. Die Kosten werden in der Regel nicht von der gesetzlichen Kasse übernommen.
Adipositas-Chirurgie
Operationen wie der Magenbypass oder der Schlauchmagen verändern den Verdauungstrakt dauerhaft. Sie kommen nach der Leitlinie vor allem bei sehr hohem BMI oder bei hohem BMI mit schweren Begleiterkrankungen infrage, meist nachdem andere Maßnahmen nicht ausgereicht haben.
Eine Operation ist ein großer Eingriff mit lebenslanger Nachsorge, zum Beispiel regelmäßigen Kontrollen und der Einnahme von Vitaminen und Mineralstoffen.
Häufige Fragen
Hinweis
Dieser Journal-Beitrag bietet allgemeine Informationen. Er ist keine Diagnose, keine Verordnung und kein Versprechen eines Ergebnisses. Ob eine Behandlung für dich infrage kommt, entscheidet eine Ärztin oder ein Arzt nach Prüfung deines Fragebogens. Bei akuten oder starken Beschwerden wende dich an deine Hausarztpraxis, den ärztlichen Bereitschaftsdienst (116 117) oder im Notfall an die 112.
Quellen und medizinische Prüfung
Grundlage sind die S3-Leitlinie zur Prävention und Therapie der Adipositas und die S3-Leitlinie Chirurgie der Adipositas und metabolischer Erkrankungen. Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine ärztliche Entscheidung. Medizinische Prüfung ausstehend.
- S3-Leitlinie Prävention und Therapie der Adipositas (Deutsche Adipositas-Gesellschaft)
- S3-Leitlinie Chirurgie der Adipositas und metabolischer Erkrankungen